Bislang 2 Kommentare zum Artikel Zukunftsmusik der Schuleingangsphase
ht : Einschulung mit 5 hier ja dort nein - Kind unter Druck. 31.01.2010
Hallo, Kinder entwickeln sich unterschiedlich und heutzutage sind scheinbar mehr Kindermit 5 oder fast6 geradeeben 6 geworden schulreif als früher. Ebenso sind aber auch mehr Kinder die in ihrer Bildung weit zurück sind. Mein Sohn ist noch nicht so weit, er hat die Reife noch nicht erreicht. Er ist aber sehr groß und wirkt auch noch reifer. Obwohl er in SH gottseidank noch ein Jahr zeit hat (weil erst im Aug. geb.)ist der Druck der neuen Regelungen die schon andere Landesteile betreffen zu spüren. Im Umfeld ist es fast gang und gebe betreffende Kinder zum Eignungstest zu bringen, damit sie schon zur Schule gehen. Ich stoße auf Erstaunen, wenn ich - er nach dem Schulbeginn gefragt wird. Ich empfinde den Druck als ziehmlich hoch,und erwische mich bei den Gedanken ob es für ihn nicht besser gewesen wär ihn anzumelden, obwohl ich weiß das er noch nicht soweit ist. Die `Umwelt` vermittelt uns ( er scheint es auch zu merken)mit ihm stimme was nicht, nicht klug genug? nur weil er noch nicht so weit ist. Somit finde ich zwar die Möglichkeit des Testes für die früher reifen Kinder gut, sie sollten nicht warten und zurückstehen müssen. Aber generell die paar Monate abzuzwacken und das auch noch in den Bundesländern unterschiedlich, die bei kleinen Kindern viel ausmachen können finde ich nicht gut. Der Druck ist emens, ich empfinde das so. So wie meins, brauchen einige Kinder noch diese Zeit (das erste Jahr ist so wichtig, wenn da ein Kind gefrustet ist, weils noch nicht so weit ist und sich evt. sogar noch dumm vorkommt weil es mit den anderen nicht mithalten kann das könnte das ganze weitere Schulverhalten beeinträchtigen),besonders doch auch bei sozial Benachteiligten ist doch eine leichte Entwicklungsverzögerung zu vermuten. Die ersten Jahre bestimmen aus meiner Sicht mit ihrer Motivationsfähigkeit einen großen Teil der Bereitschaft und Freude am lernen. Von allgemeiner Vorverlegung der Schulpflicht halte ich also gar nichts. Gruß ht
Astrid : Schulreife hat nichts mit einem Stichtag zu tun!. 31.07.2014
... wenn ich das lese, werde ich sauer. Auf dem Papier hört sich das alles super an, Papier ist aber auch geduldig. Eingangsstufe, jedes Kind lernt in seinem Tempo, auf individuelle Fähigkeiten der Kinder wird eingegangen, der Schulkindergarten fällt weg, alle Kinder werden eingeschult die bis zum Stichtag das entsprechende Alter erreicht haben. Theoretisch hört sich das gut an, praktisch schlecht umgesetzt geht das ganze auf Kosten unserer Kinder und deren Schullauffbahn. Bei uns an der Schule gibt es eine Eingangsstufe, Stichtag hier 30.09! Keine 100km weiter ist ein Kinder mit diesem Stichtag noch nicht schulreif, da ist der Stichtag 30.06. Wo ist jetzt der Unterschied? Ist ein Kind in Bundesland X früher schulreif als in Bundesland y? Eingangsstufe jedes Kind lernt in seinem Tempo, Doppelbesetzung. Bei uns an der Schule gibt es eine Eingangsstufe, aber Doppelbesetzung, Pustekuchen, die gibt es nicht (Lehrermangel!), der Lehrer muss das ausbaden was von oben vorgegeben wird und die Kinder sowieso. Momentan ist es so, daß alle Kinder einer Jahrgangsstufe auf dem gleichen Stand sein sollen, Kinder die schneller sind werden gebremst, Kinder die langsamer sind werden unter Druck gesetzt, strikt im 45 Minuten Takt ...! Kinder, welche den Stoff der zweiten Klasse noch nicht zu Ende gebracht haben, werden in die Dritte Klasse versetzt sollen dort dann den Stoff der zweiten Klasse machen (es rutschen ja viele Kinder hinterher die eingeschult werden müssen, Platzmangel, Lehrermangel, keine ausgebildeten Fachkräfte), viele Kinder die in die Schule kommen sind der deutschen Sprache nicht mächtig! 10 jährige die in der zweiten Klasse der Eingangsstufe sind aber in die dritte Klasse müssen, weil sie ansonsten überaltet sind, bei denen aber ab zu sehen ist, daß sie die dritte Klasse eh nicht schaffen. Schuleingangsuntersuchung beim Amtsarzt, ein Witz, als ob ein Arzt, der ein Kind noch nie gesehen hat in einer halben Stunde beurteilen könnte ob dieses Kind schulreif ist oder nicht. Den Empfehlungen vom Kindergarten wird nicht entsprochen bzw. der Kindergarten wird gar nicht gefragt, kein Austausch zwischen KiGa und Amtsarzt ... sorry das ganze ist ein Witz. Vierjährige einschulen? Wie soll das gehen, sollen die 6 Stunden still sitzen und lernen? Theoretisch hört sich das alles super an, aber die praktische Umsetzung ist in unserem Schulsystem nicht machbar, denn in unserem Schulsystem geht es nicht um die Kinder sondern um Kosten, nichts anderes ...! Da wird an allem gespart ...! Unsere Grundschüler haben noch nicht einmal einen eigenen Platz auf dem Schulhof, sie müssen auf einen öffentlichen Spielplatz ausweichen. Die Toiletten in einem desolaten Zustand, kein Toilettenpapier im schlimmsten Falle müssen sich ca. 300 Schüler eine Außentoilette teilen ...! Die Liste ließe sich ellenlang weiterführen. Die Verantwortlichen sollten mal die Augen aufmachen! Nicht alles schönreden und weiter versuchen Kosten zu sparen. Inklusion z.b. kann nur funktionieren wenn ausreichend geschultes Personal vorhanden ist. Ganztagsschulen sind nachmittags keine Schulen sondern reine Verwahrung, Horte mit qualifizierter Betreuung sollen Stück für Stück abgeschafft werden, stimmt so eine offene Ganztagsschule ist auch günstiger, da setzt man pädagogische Mitarbeiter hin, welche an der VHS mal einen 150 stündigen Kurs besucht haben. Diese werden dann auf unsere Kinder losgelassen. Stundenausfall schon in der Grundschule aufgrund des hohen Krankenstandes der Lehrer, die aufgrund des Druckes und Stresses öfters krank werden. Mein Sohn kommt jetzt in die dritte Klasse er ist 7 (!) in der vierten Klasse bekommt er die Schullaufbahnempfehlung, wann dürfen unsere Kinder denn noch Kind sein? Die Spanne in der dritten Klasse, da sind 10 jährige und 7 jährige aber alle werden gleich bemessen, das ein 10jähriger anders tickt als ein 7 jähriger sollte jedem klar sein, auch die Aufmerksamkeitsspanne bei einem 10 jährigen ist anders als bei einem 7 jährigen. Lehrermangel an Schulen, nicht ausreichende Physik/Musiklehrer etc. pp.! Der Lehrerberuf nicht gerade begeehrt ... da muss man auch ansetzen ...! Macht doch endlich mal die Augen auf und hört mit dieser Schönrederei auf. Es geht hier um unsere Kinder um unsere Zukunft! Erklärt mir doch mal einer warum viele Grundschüler (!) schon Lernverweigerer sind, warum Grundschüler schon keine Lust haben in die Schule zu gehen, erklärt mal die viele Gewalt an den Schulen auch schon unter Grundschülern, macht doch endlich mal die Augen auf! Alles steht und oder fällt mit dem Personal und dem Umfeld in dem die Kinder auch zur Schule gehen, was nutzt es wenn die Eltern hochmotiviert sind aber die Schule schlecht organisiert ist, das Umfeld nicht stimmt, kein geschultes Personal vorhanden ist. Lehrer die krank werden weil der Beruf und das System sie krank macht, Kinder die sich verweigern, Kinder die nicht gefördert und gefordert werden auch in der Schule. Wo ist das Zusammenspiel zwischen Lehrern und Eltern? Der Lehrer ist kein Feindbild, das Schulsystem und das was es aus unseren Kindern macht ist einfach nur krank!
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